Zwei mal kurz macht einmal schön

 

Schwalbenzeit ist Sommerzeit.

Schwalbenzeit ist Sommerzeit.

Was hat es eigentlich mit diesen T-Shirts auf sich? Schrumpfen die beim Waschen? Fressen im Schrank die Saumwanzen Zentimeter für Zentimeter ab? Wachse ich noch? Ja okay, ich gehöre jetzt tatsächlich nicht zu den kleinen Menschen. Aber trotzdem. Das nervt. In meinem Schrank liegen eine ganze Reihe T-Shirts herum, die ich nicht anziehe, weil sie einfach zu kurz sind. Deshalb habe ich gestern mal beherzt zugegriffen und zwei herausgesucht. Die sollten was für mich werden. Kann ja nicht sein, dass immer nur die Kurzen was abbekommen.

Zwei ungeliebte Shirts müssen dran glauben.

Zwei ungeliebte Shirts müssen dran glauben.

Ein kurzer Blick hat gereicht, um mir klar zu machen, dass ich amerikanische Ausschnitte nicht nur für das Kind, sondern auch für mich toll finde. Also durfte das gestreifte Shirt bleiben, das grüne musste dran glauben. Da bin ich mit der Schere ja immer schnell dabei. Oder besser gesagt, mit Rollschneider und langem Lineal. Schnipp, Schnapp!

Wollt Ihr genau wissen, wie es geht? Dann erklär ich es Euch mal schnell. Alle anderen dürfen zum Ende springen und das fertige Werk bewundern.

 

Schritt 1: Ich habe das grüne Shirt unter das gestreifte gelegt und in etwa die Länge abgeschätzt, die ich haben wollte. Bei mir traf es sich gut, dass das grüne Shirt auf der gewünschten Höhe genauso breit wie das gestreifte war. Mit einem Rollschneider habe ich den unteren Teil des grünen Shirts abgeschnitten.

Schritt 2:

Den Streifen wollte ich nicht einfach als Verlängerung annähen. Statt dessen wollte ich Lagenlook haben. Dafür habe ich sowohl Shirt als auch Streifen auf links gewendet und den Streifen etwa drei Zentimeter über dem Saum angeheftet. Das könnt Ihr ordentlich mit Heftgarn machen. Wie Ihr auf dem Foto seht, habe ich Nadeln genommen. Aber damit es auch wirklich genau wird, dreht Ihr Shirt und Streifen auf rechts und steckt beide Stoffe von dieser Seite. Dann könnt Ihr die Nadeln auf der Rückseite entfernen. Nun näht Ihr von rechts in der Naht des gestreiften Shirts. Wer kann, nimmt die Zwillingsnadel. Ich stehe damit auf Kriegsfuß und nutze zum Umnähen deshalb meist den Wabenstich.

Schon ist die Verlängerung fertig – mit zwei ordentlichen Säumen, für die Ihr nicht das geringste tun müsst.

Passende Verlängerung abschneiden, exakt heften und annähen.

Passende Verlängerung abschneiden, exakt heften und annähen.

Schritt 3:

Natürlich sollte auch an den Ärmeln ein wenig Grün blitzen. Da nun endlich der Sommer kommt, habe ich mich für kurze Ärmel entschieden und auf jeder Seite der Ärmel des gestreiften Shirts ein Stück abgeschnitten. Dadurch gibt es leider keinen Saum. Das heißt, Ihr müsst einen nähen. Ich habe den Stoff nur einfach nach innen gefaltet und mit dem Wabenstich genäht. Es gibt sicher elegantere Methoden. Aber dies war meine. Dann habe ich genau wie bei der Verlängerung ein Stück grünen Ärmel angesetzt. Glücklicherweise konnte ich den Saum des originalen Ärmels verwenden. Wenn nicht, näht Ihr Euch einen. Dann müsst Ihr den Streifen für den Ärmel natürlich etwas breiter zuschneiden, damit Ihr noch umnähen könnt.

Bei den Ärmeln genauso: Abschneiden, heften, annähen.

Bei den Ärmeln genauso: Abschneiden, heften, annähen.

Schritt 4: Hm, irgendwas fehlt noch. Da muss noch ein wenig Grün in den oberen Teil des T-Shirts. Ich habe mich für ein Schwälbchen entschieden. Ich freue mich immer, wenn ich die ersten im Frühling sehe. Leider gehöre ich nicht zu den begnadeten Zeichnern. Ich kann nur kopieren. Aber wenn man in eine Suchmaschine „Silhouette“ und „Schwalbe“ eingibt, findet man eine reiche Auswahl.

Ich habe Vliesofix auf ein Stück des grünen Jersey-Shirts gebügelt und auf das Vliesofix freihändig die Silhouette vom Bildschirm abgemalt. Dann ausschneiden und an der gewünschten Stelle aufbügeln. Auf der Unterseite habe ich Stickvlies mit ein paar Stecknadeln befestigt. Mit einem einfachen Geradstich habe ich die Silhouette mehrmals nachgezeichnet. Dafür müsst ihr schön langsam nähen und an den Kurven die Nadel im Stoff lassen, das Nähfüßchen heben und den Stoff drehen. Ganz wichtig: Passt auf, dass die Rückseite des T-Shirts nicht mit unter die Nadel gerät.

Die Schwalbe wird aufgebügelt und dann genäht.

Die Schwalbe wird aufgebügelt und dann genäht.

Schritt 5: Stickvlies abreißen, bügeln und freuen. Oder gleich anziehen.

Fertig!

Fertig!

Hier gibt es heute nur ein Bild auf dem Bügel. Kein Fotograf ist weit und breit in Sicht. Trotzdem darf das Shirt zu RUMS. Angezogen hängt es natürlich nicht so in der Gegend rum, sondern passt perfekt. Nur mit der Länge überlege ich noch. Vielleicht kürze ich lieber fünf Zentimeter. Aber das entscheide ich erst nach ein paar Tagen Trageprobe.

Und falls die Sonne hier heute noch rauskommen sollte, mache ich noch ein schöneres Bild. Versprochen.

Habt einen schönen Tag. Viele Grüße.

Annett

Alt: zwei T-Shirts
Neu: nix
Schnitt: immer drauflos

von Annett Zündorf

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4 Comments

  • Reply made with Blümchen 23. Januar 2017 at 21:26

    Wie schön das geworden ist. Ich glaube, die Saumwanzen finden aber an bereits häufig gewaschenen Stoffen wenig Gefallen. Aber vielleicht wächst Du wirklich noch… 😉 lg, Gabi

  • Reply Shirt verlängern mit Stoffeinsätzen - so sieht es cool aus. 17. Januar 2017 at 09:21

    […] für Erwachsenen-T-Shirts, die unvermeidlich irgendwann schrumpfen. Da macht man beispielsweise aus zwei Teilen ein Neues. Aber auch bei Kinder-T-Shirts, die ja nur selten zu eng, sondern meistens zu weit werden, […]

  • Reply Nadja 9. April 2015 at 08:13

    Das mit dem Kürzen würde ich mir noch überlegen – wer weiß, ob die Saumwanzen nicht auch an dieser Kreation Gefallen finden! Ist sehr schön geworden – liebe Grüße!

    • Reply annett 9. April 2015 at 10:15

      Ja stimmt. Das sollte ich bedenken.
      Grüße. Annett

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