Zebra-Shopper

Früher war es eine mobile Kabine...

Früher war es eine mobile Kabine…

Ein bisschen überrascht war ich bei einem meiner letzten Besuche im örtlichen Laden des DRK – natürlich gibt es immer irgendwelche Bettwäsche und irgendwelche Handtücher. Aber so hübsch orange leuchtet es in dem Stapel nur selten. Die weißen Punkte auf dem sonnigen Frottee ließen mich an Strand und Meer und Sommer denken. Das war auch gleich die richtige Intuition. Der Stoff entpuppte sich als mobile Umkleidekabine, unter der sicher einst erst Muttern, dann die Kinder von einem Bein aufs andere tänzelten, um Badeanzug zu wechseln und Sandreste zu entfernen. Die Kabine musste mit. Und ein Stück habe ich gleich verarbeitet.

Konnte man vorher sich selbst reinstecken, kommen jetzt Bücher oder Gemüse oder was auch immer rein. Taschen braucht man ja immer.

Ich habe noch ein paar ausgediente Herren-Jeans ausgekramt. Dazu einen Stoff, den mir vor einigen Jahren meine Cousine aus Tansania mitbrachte. Er hing lange an der Kinderzimmerwand und wartet sein ein paar Monaten auf seine neue Bestimmung. Dann habe ich geschnippelt. Falls Ihr auch möchtet, gibts hier eine kurze Anleitung.

Ich wollte eine stabile Shopper, in die ordentlich was reinpasst. Ich entschied mich für ein Format von etwa 50 x 37 Zentimeter. Die Fläche teilte ich in drei Teile und schnitt aus den Jeansbeinen Streifen in der richtigen Höhe – Achtung, Nahtzugabe nicht vergessen! Da die Jeans nicht breit genug war, habe ich einfach noch ein Stückchen mit einer einfachen Naht angesetzt und von rechts abgesteppt.

Kombistoffe suche, zerschlissene Teile abschneiden und dann: SchnippSchnapp

Kombistoffe suchen, zerschlissene Teile abschneiden und dann: SchnippSchnapp

Die Taschenteile habe ich mit Geradstich zusammengesetzt, gewendet, Naht auseinandergebügelt und von rechts festgesteppt. Nachdem die Taschenseite fertig war, habe ich die Giraffe appliziert. Dazu habe ich zuerst Vliesofix auf die Giraffe gebügelt, dann die Giraffe auf die Tasche. Wer das noch nie gemacht hat: Ich empfehle beim ersten Mal die Schritte mit Hilfe eines Youtube-Videos nachzuvollziehen. Oder Ihr sagt Bescheid, dann fotografiere ich eine kleine Anleitung. Zum Festnähen der Giraffe habe ich mehrmals mit einem einfachen Geradstich die Umrisse umnäht. Dabei habe ich die Nähte leicht übereinander laufen lassen. Die kleinen überstehenden Stoffreste dürfen ausfransen. Ich mag diesen Look.

Annett5

Punkte und Jeans zusammensetzen, Zebra applizieren

Nun sind die Außenteile fertig. Die Seiten und den Boden von rechts zusammennähen und mit Zickzackstick versäubern. Die Ecken abnähen und zur Seite legen.

Ich habe meine Tasche gefüttert. Das macht sie stabiler und sieht auch hübscher aus. Dafür habe ich genau wie bei der Außentasche den oberen Rand aus Jeans zugeschnitten, der Rest ist ein farblicher passender Stoff aus Omas Beständen. Auch hier habe ich zusammengenäht, abgesteppt und Ecken angenäht. Achtung: Es gibt doch einen Unterschied! An der unteren Seite muss eine etwa zehn Zentimeter lange Wendeöffnung offen bleiben.

Fehlen noch die Henkel. Dafür habe ich aus einem Jeansstoff aus den achtziger Jahren einen langen, etwa 12 Zentimeter breiten Streifen geschnitten, in der Mitte längs gefaltet, gebügelt, aufgeklappt und beide Seiten jeweils bis zur Mitte gefaltet und gebügelt. Zusammenklappen, rechts und links absteppen und schon sind die Henkel fertig. Über die Länge darf jeder selbst entscheiden, meine sind jeweils etwa 70 Zentimeter.

Bleibt das Zusammensetzen. Ich habe die Außentasche auf links gedreht und die Innentasche hineingesteckt, so dass die beiden rechten Stoffseiten aufeinanderliegen. Zwischen beide Teile habe ich die Henkel geschoben (nur die Enden schauen heraus) und etwa zehn Zentimeter vom Rand festgesteckt. Auch den Rest gut feststecken, dann einmal rundherum nähen. Gerade bei den Henkeln und den Nähten wird es ganz schön dick. Dort habe ich nur mit dem Handrad genäht.

Dann Tasche umdrehen, den oberen Rand absteppen. Ich habe auch die Henkel noch einmal extra mit einem Kreuz festgenäht. Ganz zum Schluß noch Innentasche herausziehen, Wendeöffnung vernähen.

Da geht was rein. Und stabil ist sie auch noch, die neue Zebratasche.

Da geht was rein. Und stabil ist sie auch noch, die neue Zebratasche.

Fertig. Die Tasche wird heute gleich ausgeführt. Vorher darf sie zu RUMS, zum Upcycling-Dienstag und zu TaschenundTäschchen.

Schnitt: selbstgefrickelt

Zutaten: alte Jeans, nicht mehr genutzte Wanddeko, Frotteestoff aus den 70ern

Kosten:  1 Euro für den Stoff (der aber noch für mindestens drei weitere Taschen reicht)

Previous Post Next Post

You Might Also Like

5 Comments

  • Reply Nina 30. Januar 2015 at 17:23

    Liebe Annett, die Tasche ist Dir sehr gut gelungen, sieht echt schön aus.
    Leider fehlt der Link zum Upcycling-Dienstag, bitte trag ihn doch noch nach. Danke.
    Nina

    • Reply annett 30. Januar 2015 at 21:28

      Liebe Nina,
      falscher Name, richtiger Link. Sorry. Ich habe es gleich geändert. Danke für den Hinweis.
      Viele Grüße
      Annett

  • Reply Nadja 22. Januar 2015 at 11:41

    Sieht schick aus!!! Kannst du das YouTube-Video noch verlinken? So als Service? LG

  • Reply Frau H. 22. Januar 2015 at 10:11

    Ich liebe Taschen und noch mehr liebe ich Taschen, die aus alten Stoffen wieder zurück ins Leben geholt wurden! Klasse!
    LG
    Frau H.

    • Reply annett 22. Januar 2015 at 11:49

      Danke. Davon gibt es hier in Zukunft noch mehr. Deine Sammlung ist ja auch sehr hübsch.
      LG
      Annett

    Leave a Reply

    We use Cookies - By using this site or closing this you agree to our Cookies policy.
    Accept Cookies
    x
    %d Bloggern gefällt das: