Wollpullover im Sommer? Die werden gekocht!

Heute wird gefilzt.

Heute wird gefilzt.

Seit Wochen ist unsere Kiste mit schmutziger Wäsche ständig voll. Kaum ein T-Shirt passt hinein, denn fette Pullover aus Wolle machen sich breit. Ich habe sie über die letzten Wochen gesammelt, um dann im nächsten Winter Stulpen und Mützen und Taschen und Hosen und noch mehr zu basteln. Seit zwei Tagen lagen sie schon vor der Waschmaschine. Ich wollte sie endlich filzen und wegräumen.

In der Waschmaschine filzen – das habe ich bisher erst einmal gemacht. Mit dem Ergebnis war ich ziemlich zufrieden. Aber so ganz richtiger Filz war das noch  nicht. Konnte es auch gar nicht sein, denn bei dem verwendeten Pullover war die Wolle nur zur Hälfte vertreten, der andere Teil waren irgendwelche Kunstfasern. Aber für die daraus entstandene Hose für kleine Draußenkinder war die leichte Stoffverfestigung genau richtig.

Bevor ich gestern losgelegt habe, habe ich erstmal eine kleine Internetrecherche eingelegt. Schließlich sollte diesmal alles richtig schön werden.Dabei stieß ich lustigerweise auf diesen Beitrag von Lisa, die gerade genau das gleiche machte. Bei 30 Grad sortiert halt jeder seine alten Pullover aus. Jetzt weiß ich, dass das, was ich aus der Waschmaschine gezogen habe, gar kein richtiger Filz ist, sondern gekochte Wolle. Für richtigen Filz werden einzelne Fasern zusammengepresst. Während ich in der Waschmaschine bereits gewebte oder gestrickte Wolle geschrumpft habe. Benötigt wird dafür Hitze, Wasser und Waschmittel.

Dann habe ich die gesammelten Pullover sortiert. Ich hatte nämlich auch ein paar aus Baumwollgarn oder mit Kunstfaseranteil dabei. Die verfilzen dann meist nicht. In die Waschmaschine kamen erstmal die richtigen Wollpullis.

So sahen die Wollpullover vorher aus: mit unschönen Stellen, Pilling und einfach schon ganz schön alt.

Ein bisschen unförmig sahen die Pullover vorher aus.

Ein bisschen unförmig sahen die Pullover vorher aus.

Dann habe ich sie in die Waschmaschine gesteckt, 95°Grad eingestellt, Schleudern auf 400 Umdrehungen, Vollwaschmittel dazugegeben und schon ging es los. Lisa empfiehlt, ein paar Tennisbälle mitzuwaschen, um den Filzeffekt noch zu verstärken. Die hatte ich auch brav gekauft. Leider stecken sie immer noch in meiner Tasche. Hab ich im Taumel der Vorfreude auf den Feiertag vergessen.

Hat aber gar nichts gemacht. Als ich die Pullover aus der Maschine zog, waren sie nicht nur schwer wie Blei, sondern tatsächlich auch um die Hälfte geschrumpft. Ich habe sie ganz flach auf meinen Wäschetrockner gelegt. Hängen sollte man sie lieber nicht, weil die Klammerabdrücke sonst bis in alle Ewigkeit zu sehen sind. Wer hat, kann wohl auch gern einen Trockner benutzen. Das habe ich aber noch nicht probiert.

Die Pullover sehen jetzt so aus.

Frisch gefilzt, noch mit ein paar Mutzeln.

Frisch gefilzt, noch mit ein paar Mutzeln.

Der Pullover passt jetzt nur noch 2-Jährigen

Der Pullover passt jetzt nur noch 2-Jährigen

Das Gewebe ist ganz dicht verfilzt.

Das Gewebe ist ganz dicht verfilzt.

Ein paar Mutzeln muss ich noch ablesen. Drei hellere Pullover kommen auch noch in die Maschine. Dann lege ich sie gemeinsam mit ein paar Mottenkugeln in den Schrank und freue mich schon auf den Herbst. Bis dahin mache ich Pläne und finde hoffentlich noch mehr Wollpullover. Ein paar Eindrücke, was sich aus solchen Pullovern machen lässt, findet Ihr auf Lisas Post.

Ich schau derweil mal bei RUMS vorbei.

Habt ein schönes langes Wochenende. Ich hoffe, die Sonne lässt sich auch noch blicken.

von Annett Zündorf

 

 

 

Previous Post Next Post

You Might Also Like

No Comments

Leave a Reply

We use Cookies - By using this site or closing this you agree to our Cookies policy.
Accept Cookies
x