Wilde Weste für Nachwuchscowboys

Mein Kind trägt heute natürlich ein Faschingskostüm. Die ganze Schule feiert ab der dritten Stunde gemeinsam. Seit Wochen war klar: Er ist ein Cowboy. Ich habe mit der Kostümfertigung lange gewartet. Denn nachdem im letzten Jahr Ritter gewünscht war und ich zwei Tage vorher alles anprobieren wollte, wurde aus dem Ritter schnell ein Pirat. Grrr.

Aber Erstklässler sind da offenbar schon gefestigter. Sogar Hut, Gürtel und Pistole hatte er sich schon bei seiner Freundin geborgt. Ein Bandana fand sich im Tücherstapel. Fehlten nur noch eine Weste und Handschellen.

Wozu braucht so ein Cowboy Handschellen? Für die Kühe sicher nicht. Also wurde umdisponiert zum Cowboy-Sheriff. Sonnenklar. Der muss ja schließlich all die Bösewichte festsetzen. Nachdem das Kind sich diese Handschellen seit Jahren wünscht und wir das immer irgendwie abbiegen konnten – wer will schon die kleine Schwester festgekettet an der Heizung finden – haben wir uns diesmal erweichen lassen.

Cowboy

Cowboy

Als Weste schnitt ich quasi am Kind eine alte Sweatjacke zu und fasste sie rundum mit Bündchen ein. Am wichtigsten waren die Verzierungen. „Leder bitte, Mama“. Okay. Der Stern stammt aus einer alten Lederjacke. Bis zum Schluß blieb unklar, ob so ein Sheriffstern nun fünf oder sechs Ecken hat. Ich habe mich für die fünf entschieden. Weil Leder zum Bügeln nicht geeignet ist und deshalb auch schlecht mit Vliesofix appliziert werden konnte, habe ich auf die Rückseite Stylefix geklebt. Das hat prima funktioniert.

Auf die Schultern habe ich auch noch ein paar Lederstücke genäht und mit grauen Kam Snaps in Sternchenform verziert.

Geldbeutel für erbeutete Dollars oder Bonbons.

Und weil ich gerade so im Schwung war, gab es noch eine kleinen Geldbeutel aus Leder. Dazu habe ich zwei Stücken rechts auf rechts aufeinandergelegt und mit leicht gerundetem Boden zusammengenäht. Die Nahtzugabe vorsichtig einschneiden, den Beutel wenden und in den oberen Rand mit einer Lederzange Löcher stanzen.

Dabei sollte man die Abstände so wählen, dass man eine gerade Zahl von Löchern sticht. Nur so lässt sich ein Lederband so durchziehen, dass es auch tatsächlich als Verschluß dienen kann. Der Geldbeutel wird an einer Gürtelschlaufe befestigt. Ich habe dazu das Band verknotet, weit durch die Gürtelschlaufe gezogen und dann den Beutel durch die entstandene Schlaufe gesteckt.

Das Kind war glücklich und ist heute früh stolz losgezogen.

Die Weste darf zu my kid wears.

Helau.

Alt: ausrangierte Sweatshirtjacke, Reste von alter Lederjacke

Neu: Bündchenware, Kam Snaps

Schnitt: Freihand am Kind

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