So viele Schnallen aus einem Rucksack

Manchmal wird mir das Herz schwer. Mein alter Rucksack war nicht nur ein Rucksack. Ich habe ihn bergauf und bergab getragen: durch die Karpaten und durch Kirgistan, durch den Bialowiecza-Urwald in Polen und durch Bamako in Mali. Er fuhr mit nach München und Berlin und an die Ostsee, zum Paddeln und zu jeder Silvesterparty. Aber jetzt kann er nicht mehr. Der Stoff auf der Innenseite und auf der Außenseite hat sich in seine Einzelteile aufgelöst. Aus dem Bauchgurt schaut der Schaumstoff, eine Schnalle ist gebrochen, ein Reißverschluss kaputt.

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Also habe ich meine Schere genommen und den Rucksack zerlegt. Alle Schnallen, Gurtbänder und Kordelstopper, die noch heil waren, wanderten in die Kiste für Kleinteile. Ein Stück Gurtband hat schon ein neues Plätzchen an einem Tütenspender gefunden, den ich genauso wie diesen genäht und kürzlich verschenkt habe. Mal sehen, wo die anderen Teile zum Einsatz kommen und noch ein bisschen weiterleben.

Schnallen, Kordelstopper und eine Menge Gurtband spendete der alte Rucksack.

Schnallen, Kordelstopper und eine Menge Gurtband spendete der alte Rucksack.

Meine kurze Schnippelei darf zu RUMS und einfach.nachhaltig.besser.leben

Viele Grüße
Annett

von Annett Zündorf

 

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7 Comments

  • Reply annett 10. Oktober 2015 at 10:16

    Ich komme immer gern vorbei. Es gibt immer so tolle Tipps bei Euch. Mal sehen, was Du mit Deinen ausgeweideten Teilen so anfängst.
    Viele Grüße
    Annett

  • Reply Anja 10. Oktober 2015 at 09:42

    Hallo! Da kommt ganz schön was zusammen, was? Ich hatte auch schon alte Sachen „ausgeweidet“, bevor ich sie wegwarf. Sogar einen langen Reißverschluss, wenn er noch gut war. Sowas kann man schließlich immer gebrauchen…
    Liebe Grüße Anja

    • Reply annett 10. Oktober 2015 at 10:09

      Liebe Anja,
      ich war selber ganz erstaunt, was da rauskam. Und tatsächlich habe ich auch schon Reißverschlüsse wiederverwertet, wenn sie nicht zu kompliziert eingenäht waren.
      Liebe Grüße
      Annett

  • Reply {EiNaB} im Herbst: Reparieren und Wastecooking | Verrücktes Huhn - Neues aus dem wahren Leben 10. Oktober 2015 at 08:02

    […] – Müll & Plastik & Minimalismus (Edelstahltrichter; plastikfrei abwaschen; umweltverträglich umziehen; Radio-Programm über Plastikmüll mit Foolfashion; Kleine Wehwehchen plastikfrei behandeln; waschbare Toilettentücher; Reste-Retten vom Wanderrucksack) […]

  • Reply Marlene 8. Oktober 2015 at 22:13

    Ich hänge auch immer doll an so liebgewonnenen Dingen, mit denen man viel erlebt hat. Umso besser, so wie du die noch brauchbaren Teile aufzuheben und vielleicht für das ein oder andere schöne Projekt wiederzuverwenden.
    Viele Grüße,
    Marlene

    • Reply annett 10. Oktober 2015 at 10:14

      Ja. Ich gebe ja zu, mit dem Wegwerfen meiner „Gemütsmumien“ habe ich es nicht so. Da muss ich immer ein kleines Stückchen behalten.
      Viele Grüße
      Annett

  • Reply Maria 8. Oktober 2015 at 14:21

    Hallo!

    Unser Rucksack hat leider auch das Zeitliche gesegnet. Die Innenbeschichtung löst sich auf, da ist nichts mehr zu retten. Nun steht er da und wartet darauf ausgeweidet zu werden – ähnlich wie Du es gemacht hast.

    Ebenfalls *schnüff*

    Danke fürs Verlinken zu EiNaB!

    lg
    Maria

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