Origamibag

Nicht eine, nicht zwei, nein, gleich vier Origamibags

Bei einem herrlichen Urlaub mit Freunden, strahlendem Sonnenschein und viel frischer Luft lüftet das Gehirn so richtig aus. Und schon begann sich über Silvester in meinem Kopf das Kreativ-Karussel zu drehen. Weil ich die meisten Ideen normalerweise gleich wieder vergesse, habe ich alles aufgeschrieben. Und bin auf – Achtung! – 50 Punkte gekommen. Lauter solche „das wollte ich doch schon immer mal machen“-Dinge. Da sind kurze Hosen und T-Shirts für den Sommer noch gar nicht dabei.

Das klingt ziemlich ambitioniert? Ähm. Ja. Die Hälfte davon wird wahrscheinlich nächstes Silvester wieder auf der Liste landen, und das Silvester danach auch. Aber ich möchte auf jeden Fall ein paar UFOs beenden, verschiedene Jacken, Hosen und T-Shirts reparieren. Und dann möchte ich Taschen in allen Varianten nähen. Bis auf kleine Stifte- und Kosmetiktäschchen gibt es hier keine einzige Tasche mehr, die ohne Macken ist. Alle haben an irgendeiner Stelle klemmende Reißverschlüsse, Löcher im Stoff, Flecken oder zerbrochene Schnallen. Ich brauche vor allem Beutel (viele) und eine Umhängetasche. Rucksack, Fahrradseitentasche und Dufflebag währen auch nicht schlecht.

Und ich habe tatsächlich auch schon etwas genäht. Tata, hier kommen meine Origami-Bags. Vielleicht hätte es eine auch getan. Aber ich konnte nicht mehr aufhören. Und für den Jahresanfang war so eine meditative Näherei ohne viel Denken zu müssen, genau richtig.

OrigamiWirbel

Die Tasche mit den kleinen Wirbeln war mal meine Gardine, damals, zu Studentenzeiten.

OrigamiBlumen

Die rosa Blümchen entstanden aus einer 70er-Jahre Bettwäsche.

OrigamiSchlaufen

Den tollen blau-weißen Schlingenstoff hat meine Mutter aus einer Tüte aussortierter Stoffe gerettet. Er lagerte schon viele Jahre auf dem Boden der mittlerweile 90 Jahre alten Nachbarin, die früher ein Handarbeitsgeschäft besaß. Ich habe keine Ahnung, welcher Zeit er entstammt.

OrigamiHaus

Der braune Stoffe mit den kleinen beigen Sternen war ein Fund im Sozialladen. Und zwar einer mit Geschichte. Den stelle ich Euch demnächst noch genauer vor. Die bunten Berge und Häuschen sind ein Robert-Kaufmann-Stoff und das einzige neue Stück Stoff an meinen vier Origamibags.

Für die Henkel habe ich Lederreste genommen. Ich habe ein 12×10 Zentimeter großes Stück zusammengenäht. Dabei habe ich die lange Seite rechts auf rechts geklappt, genäht und anschließend gewendet. Das Wenden ist ein harter Job. Ich empfehle Euch, keine Lederstücke mit angerauhter Rückseite zu verwenden. Aber das Ergebnis ist toll.

Das originale Tutorial stammt von Lola Nova, aber ich habe auch bei Stine&Stich, Marja Katz und vor allem auf dem Bernina-Blog nach Anregungen gestöbert. Letzten Endes habe ich die Origamibags wie auf dem Bernina-Blog genäht: Mit französischen Nähten und gesäumten Rändern, bevor es ans Falten geht. Allerdings habe ich für die Tasche länger als 30 Minuten gebraucht, denn das Bügeln und Säumen hat schon ein Weilchen gedauert. Zumal man zwischendurch noch einmal nachmessen muss, ob das Längenverhältnis zwischen den Seiten stimmt. Sonst wird es nämlich nix.

Die erste Origamibag mit den Wirbeln ist so schnell erschwunden, dass sie es nicht mal zum regulären Fototermin und auch nicht mehr aufs Gruppenfoto geschafft hat. Die Schlingen dürfen sich auch irgendwann auf den Weg machen. Die verschenke ich. Aber die anderen beiden, die bleiben bei mir.

dreiorigamibags

Ich bin mit Sicherheit noch nicht fertig mit den Origamibags. Sobald meine Nähmaschinen wieder aus der Werkstatt zurück sind, versuche ich noch eine (oder zwei oder drei?) Versionen zum Wenden.

Jetzt drehen die Taschen und ich noch eine Runde bei den Kollegen: RUMS, Einfach.Nachhaltig.Besser.Leben, Upcycling-Linkparty, Taschen-und-Täschchen, Beutel statt Tüte

Viele Grüße
Annett

von Annett Zündorf

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6 Comments

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  • Reply Ronja 7. Januar 2016 at 11:02

    Puh, da hast du dir ja was vorgenommen für dieses Jahr 😉
    Der Schlingenstoff ist fantastisch! Origami Bags stehen auch noch auf irgendeiner meiner vielen Listen, allerdings fehlt mir da noch schöner passender Stoff.
    Liebe Grüße,
    Ronja

    • Reply annett 7. Januar 2016 at 11:21

      Stimmt, so eine lange Liste kann einen manchmal erdrücken. Aber ich habe bei Dir den Hinweis auf den Taschen-Sew-Along entdeckt. Wenn ich da mitmache, habe ich ja ein paar Sachen auf der Liste abgearbeitet. Und im Moment bin ich gerade im Werkel-Fieber. Das nutze ich aus.
      Viele Grüße
      Annett

  • Reply facile et beau - Gusta 7. Januar 2016 at 09:54

    Wow… so viele! Der Gardinenstoff macht sich total gut als Tasche. Überhaupt sind alle sehr schön geworden. Ich hab bis jetzt nicht mal eine geschafft *lach* da kommt mir immer was dazwischen.
    Danke fürs eintragen in meine Leseliste. Jetzt verpasse ich bestimmt keinen Post mehr und danke fürs teilen <3
    Liebe grüße
    Gusta

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