Lohnt nicht? Lohnt doch! 10 Gründe, warum jeder upcyclen sollte.

Aussortierter Müll. Gesammelt und geschenkt wartet er auf eine neue Zukunft.

Aussortierter Müll. Gesammelt und geschenkt wartet er auf eine neue Zukunft.

„Lohnt sich das?“, „Stoff ist aber auch ganz schön teuer, da kann ich es gleich kaufen.“, „Wenn ich ein T-Shirt für zwei Euro kaufen kann, dann nähe ich doch keins.“

Kennt Ihr solche Sprüche auch? Und ich sage: Es lohnt sich. Immer. Auch wenn sich ein T-Shirts mancherorts für eine Münze erstehen lässt.

Warum?

  1. Ihr vermeidet Müll. 780 000 Tonnen Textilien werden jedes Jahr allein in Deutschland aussortiert. Ein Teil davon wird über Second-Hand-Shops und Sozialkaufhäuser wieder verkauft, ein Teil geht nach Osteuropa oder Afrika. Manches wird zu Putzlappen und ein Teil landet schlicht auf der Müllkippe oder wird verbrannt.
  2. Ihr spart Geld. Gerade Familien haben es meist nicht so dicke. Ich zumindest stecke unser Geld am liebsten in unsere Urlaube. Da ist es nicht schlecht, Kleidchen, kurze Hosen oder T-Shirts aus den Sachen der Großen zu nähen. Oft haben die nur einen winzigen Schlitz oder ein Fleckchen irgendwo und sind ansonsten komplett in Ordnung. Wer Nachbarn und Großeltern fragt, bekommt so viele aussortierte Sachen, dass der Gang zum Stoffladen nur noch selten nötig ist.
  3.  Gutes Karma für alle Upcycler. Wer upcycled, vermeidet nicht nur Müll sondern tut auch was für seinen ökologischen Fußabdruck. Selbst die unter allerbesten Bedingungen hergestellten nachhaltigen Klamotten verbrauchen Energie, Wasser und Rohstoffe.
  4. Ihr könnt jederzeit loslegen und müsst nicht immer erst einkaufen gehen. Die Sachen sind ja schon da.
  5. Shoppinglust? Eine Runde durch den Sozialladen oder einen Second-Hand-Shop füttert den Shoppingwolf in Euch meist in ausreichendem Maße. Immerhin dürfen viele Teile ohne schlechtes Gewissen mit.
  6. Schadstoffe enthalten fast alle neuen Textilien. Ihr wollt keine abbekommen? Fein. Gebrauchte Kleider sind schon unzählige Male gewaschen. Die färben meist nicht mehr ab und sind auch längst alle potenziell gefährlichen Stoffe losgeworden.
  7. Platz im Schrank. Dieser Punkt ist gemogelt. Tatsächlich verschwinden ungetragene Sachen. Aber echte Upcycler sammeln natürlich alle möglichen Materialien für Zukunftsprojekte. Gerne sortiert in Kisten mit Aufschriften wie Jeans oder Hemden. Andere haben Haufen (Ich) oder stopfen alles in Koffer (auch ich – sehr blöd bei Urlaubsbeginn).
  8. Kreativität steigt ins Unermessliche. Das tolle Türkis, dass man unbedingt als Taschenstoff wollte, ist nicht da – dann muss was anderes her. Oft kommt etwas viel Spannenderes als geplant heraus. Und weil das ganze Zeug ja nichts kostet, scheut man sich auch nicht, da einfach hinein zu schneiden.
  9. Faulheit ist unter Upcyclern gern gesehen. Das darf man hier nämlich. Warum soll man alles neu machen?  Nähte, Säume, Knopflöcher, Taschen und Gürtelschlaufen – alles ist schon da. Und das Nähen geht oft sehr, sehr schnell.
  10. Spaß. Der sollte eigentlich ganz oben stehen. Ich finde es toll. Während andere Geld für Meditationskurse ausgeben, leert sich mein Hirn beim Nähen ganz von selbst. Alle Gedanken an Arbeit, Termine oder das Weckerklingeln verziehen sich einfach. Nur noch diese Stücken Stoff existieren. Daraus kann ich Collagen nach Lust und Laune herstellen. Das Gefühl hatten viele wahrscheinlich das letzte Mal im Kindergarten. Und dann der Blick auf das fertige Stück. Stolz. Dafür lohnt es sich. Das lässt sich nicht kaufen.

So, und jetzt hätte ich es beinahe vergessen. Individualität! Wer upcycled, besitzt wirklich einzigartige Designerstücke, die kein anderer hat.

Warum upcycled Ihr?

Viele Grüße. Annett

 

 

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4 Comments

  • Reply Brigitte 24. März 2015 at 12:22

    Hallo! Neben den ganzen oben genannten Gründen, die auch auf mich zutreffen, hab ich noch einen:
    Ich hab immer ein schlechtes Gewissen gehabt, Klamotten zu kaufen, weil ich weiß, wie furchtbar die Bedingungen der Näherinnen etc. sind. Das ist wie Sklaven auf der anderen Seite der Welt haben. Aber Fairtrade-Klamotten sind für unsere Haushaltskasse ziemlich heftig und dann doch die Ausnahme. Gebrauchte Kleidung, und dann auch noch „zurechtgemacht“ , weil man ja oft doch nicht das perfekte Teil findet, das ist für mich die goldene Lösung! Diese Stoffe waren zwar auch mal „unfair“ produziert, aber ich belohne zumindest die Verantwortlichen nicht dafür…

    LG Brigitte

    • Reply annett 24. März 2015 at 12:45

      Liebe Brigitte,
      Du hast natürlich völlig recht. Wie konnte ich das nur vergessen. Ich finde das nämlich auch die goldene Lösung. Schönes Wort. Und danke für die Erinnerung.
      Viele Grüße
      Annett

  • Reply Mareike 25. Februar 2015 at 15:08

    Oh, wie recht du hast! Upcycler an die Front! Ich finde das Glücksgefühl über ein neues Werk aus alten Kleidern um Weltern größer als aus gekauften Stoffen.
    More upcycling, please!

    • Reply annett 25. Februar 2015 at 20:11

      Genau. Liebe Grüße. Annett

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