Lasst das Gift im Laden! Tauscht oder kauft gebraucht!

„Schaust du bei Kindersachen, ob sie ohne giftige Chemikalien hergestellt worden sind“, frage ich die Bürokollegin. Die nickt nachdrücklich. „Bei meinen Kindern auf jeden Fall“, sagt sie. „Ich kaufe meist Second Hand.“ Damit liegt sie im Trend, zeigt die neue Studie von Greenpeace, die Eltern als Trendsetter sieht, weil sie Kindersachen tauschen, weitergeben oder gebraucht kaufen.

Das ist prima. Das machen alle Eltern. Weil es sich nicht lohnt, für Zwerge, die noch nicht mal krabbeln, einen zwanzig-Euro-Strampler zu kaufen. Schon gar nicht eine ganze Kinderausstattung. Das chemische Rückstände bei gebrauchten Hosen und T-Shirts bereits ausgewaschen sind, empfinden viele als Plus. Laut der Greenpeace-Studie achten drei Viertel der Eltern auf gefährliche Chemie. Eine tolle Zahl. Aber so richtig glauben kann ich das nicht.

Neulich erzählte mir eine Freundin, dass es bei ihr zu Hause beim Discounter regelmäßig Kämpfe um billige Kindertextilien gibt. Da klauen sich die Nachbarn gegenseitig die Sachen aus dem Korb. So begehrt sind die. Und ich glaube nicht, dass da zwischendurch einer guckt und sagt: „He, hier ist ja gar kein Textilsiegel drauf, dass schmuggel ich jetzt zurück in den anderen Korb.“

Ein Blick auf die Greenpeace-Studie verrät, dass auch nicht alle 75 Prozent sich immer vorbildlich verhalten. Nur ein Viertel schaut immer auf die Informationen zu den gefährlichen Produkten. Das sind genauso viele wie die, denen alles egal ist. Die restliche Hälfte sucht manchmal nach Informationen. Was bedeutet das? Das man bei Gummistiefeln und Matschhose schaut, weil die schon mal in den Schlagzeilen waren und man was über hohe Dosen von Weichmachern oder Lösungsmitteln gelesen hat? Oder immer an Montagen und Mittwochen? Oder zum Geburtstag?

Und wenn man schon nach giftigen Inhaltsstoffen schaut – woran kann man sich überhaupt halten? An Marken offensichtlich nicht, wie eine Greenpeace-Studie im letzten Jahr gezeigt hat. Siegel sind unübersichtlich und geben keine Garantie. An die eigene Nase? Was eklig nach Chemie riecht, will man natürlich dem Kind nicht anziehen.

Wieviel giftige Chemikalien stecken in Kinderkleidung?

Wieviel giftige Chemikalien stecken in Kinderkleidung?

Eltern haben es da echt schwer. Und deswegen finde ich die Greenpeace-Karte super, die zeigt, wo in Deutschland es Läden gibt, die Second Hand Kleidung verkaufen, wo Sozialkaufhäuser und Flohmärkte zu finden sind.

Die Greenpeace-Studie zeigt noch etwas Interessantes: Zeit ist in Familien knapp und deshalb finden nur ein Drittel der Eltern das Reparieren und Wiederverwenden von Kleidung interessant.

Ein Drittel  ist gar nicht so wenig. Da lässt sich doch noch mehr draus machen. Das finden auch die Studienautoren: „Allerdings ist Kleidung „upzucyceln“ – aus alt mach neu – enorm angesagt und könnte so die Zeitbarriere überspringen.“

Mensch, wenn die Zeit der einzige Hinderungs-Faktor ist, dann muss ich mir noch ein paar echt flinke Ideen einfallen lassen. Denn ehrlich gesagt, sind viele Reparaturen und Änderungen schnell gemacht. Der Weg in den nächsten Laden ist manchmal weiter.

Ich mache mir mal Gedanken. Schönes Wochenende Euch!
Annett

von Annett Zündorf

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