Hase Knickohr

 

Ja, das ist ein Hase.

Ja, das ist ein Hase.

Gut. Ist ja bald Ostern, hab ich gedacht. Dabei bin ich normalerweise nicht so vorausschauend. Aber ich gebe mir Mühe. So ein Häschen, das würde gut passen, hab ich gedacht. Für die Kinder und so. Dauert ja auch nicht so lange. Und niedlich ist es auch.

Hab ich so gedacht. Aber natürlich wollte der Hase nicht so wie ich. Widerspenstig wie nix schon unter der Nähmaschine. Der Schnitt stammt aus einem alten Bastelbuch, dass ich noch aus meiner Kindheit besitze.

So freundlich schaut mein Hase theoretisch. Aber Vorlagen sind ja nur zur Inspiration.

So freundlich schaut mein Hase theoretisch. Aber Vorlagen sind ja nur zur Inspiration.

Oder besser gesagt, die Idee. Der Schnittmusterbogen ist längst verschwunden. Kann ja nicht so schwer sein, hab ich gedacht. Und habe mir selbst einen Schnitt gezeichnet. Leider gehört Zeichnen nicht zu meinen Stärken, Proportionen auch nicht so.

Trotzdem: Vorder- und ein Hinterteil zugeschnitten. Augen, Nase und Mund aus Lederresten aufgenäht, Schnurbarthaare aufgestickt. Äh, ja. Der blinzelt aber schon ganz schön skeptisch, der Hase.

Rechts auf rechts zusammengenäht, gewendet und ausgestopft. Leider waren die Ohren ziemlich schmal, die wollten sich kaum stopfen lassen. Endlich geschafft. Unten Ränder nach innen gestülpt und zugenäht. Fertig.

Tja. Das rechte Ohr hängt, der Kopf ist zu breit, die Ohren zu schmal, die Gesichtsteile sind auch nicht unbedingt, wo sie hingehört hätten. Kein Wunder, dass der Hase so skeptisch guckt. Er fühlt sich wahrscheinlich eher als gruseliger Außenseiter unter all den niedlichen Häschen da draußen.

Egal. Er darf bei mir bleiben. Ich habe ihn „Knickohr“ getauft.

Da ist er, mein Knickohr.

Da ist er, mein Knickohr.

Und jetzt hoppelt er zu RUMS.

Alt: Leder- und Cordreste

Neu: Füllwatte, ein Stückchen Webband

Schnitt: selbst gezeichnet nach „Das bunte Bastelbuch“ von Margot Schölzel und Steffi Findeisen aus dem Rudolf Arnold Verlag Leipzig

Kosten: nix, war alles schon da

 

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3 Comments

  • Reply Fundstücke: String-Regal aus der DDR - Schnipp, Schnapp - Kragen ab! 9. Februar 2016 at 10:53

    […] Die Kinder auch. Mal sehen, wie lange es so ordentlich bleibt. Den Hasen habt Ihr übrigens schon mal gesehen. Erinnert Ihr Euch? Der braune Kopf ist ein zur Sparbüchse umfunktionierter Tetrapack. Die Nase […]

  • Reply Betty 27. Februar 2015 at 16:07

    Selten so geschmunzelt! – Und – echt – so übel ist das Kerlchen nicht!!

    • Reply annett 2. März 2015 at 11:05

      Ja, mir ist er mittlerweile auch echt ans Herz gewachsen. Auch wenn ich einige Kommentare zu Horrorhasen bekam.
      Viele Grüße
      Annett

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