Österliche Götterspeise-Eier

Schokolade, Lollis, Gummibärchen, Hefekränze, Kekse, noch mehr Schokolade – Ostern langt man in die Vollen. Bei uns balgen sich die lieben Kleinen natürlich auch erstmal um den größten Anteil, aber nach zwei Tagen ist alles vergessen, niemand will das Zeug mehr essen und was wir nicht an unseren wöchentlichen Tatortbesuch verfüttern können, wird irgendwann weggeschmissen.
Da wir gar keinen riesigen Süßigkeiten-Berg erst aufhäufen wollen, gibt es für die Kinder ein paar kleine Geschenke. Dieses Jahr sind das für jeden ein Buch und ein T-Shirt sowie ein paar heiß ersehnte Dragons-Karten für das große Kind. Dazu was für die Badewanne und natürlich gibt es auch ein bisschen Süßes.

Was fehlt? Ganz klar. Die Eier. Theoretisch gehören zur österlichen Suche unzählige bunte Eier. Blöd nur, wenn die keiner isst. Während das kleine Kind Eier nur isst, wenn sie warm und noch so ekelhaft flüssig sind, dass ich kaum hinschauen kann, verweigert das große Kind sie gleich komplett.

Die Lösung brachte uns ausgerechnet meine Oma. Sie hat schon vor fünfzig Jahren für ihre Kinder Götterspeise-Eier gemacht. Und zwar nicht solche, die es fertig zu kaufen gibt. Nein. Aus Wackelpudding gekocht und in echte Eier gespritzt, konnte man die so wie die anderen Eier auch im Garten verstecken.

Wir haben das letztes Jahr schon nachgemacht und dann zum Kaffee am Ostersonntag leckere Götterspeise-Eier mit Vanillesoße gegessen. Was soll ich sagen – es war ein großer Erfolg.

So mache ich Götterspeise-Eier

Um selber solche schicken Eier zu machen, müsst Ihr natürlich zuerst welche ausblasen. Da gibt es tausend Tricks mit Strohhalmen und den Eiern ja nicht zu nahe kommen etc. Ich bin da ganz klassisch und blase die Eier mit dem Mund aus. Die Löcher dürfen ruhig ein bisschen größer sein, dann geht das ausblasen leichter und später passt die Öffnung der Spitze ohne Probleme ins Ei. Wer jetzt erregt auf die Salmonellengefahr hinweisen möchte – ich wasche die Eier mit heißem Wasser vorher ab. Das Restrisiko nehme ich in Kauf. Das darf jeder selber entscheiden.

Das Innere vom Ei wird zu leckerem Rührei verarbeitet. Kuchen, Eierkuchen oder ähnliches gehen natürlich auch. Die Eier selber werden ausgekocht. Damit sie nicht kaputt gehen, empfehle ich, sie in kaltem Wasser anzusetzen und solange komplett unter Wasser zu drücken, bis keine Luftblasen mehr sprudeln. Dann zwei bis drei Minuten kochen.

In der Zwischenzeit kann man schon mal die erste Portion Wackelpudding ansetzen. Für alle, die Gelatine essen, gibt es die klassische Variante, die sehr lange zum Festwerden braucht. Das ist nix für auf den letzten Drücker. Die Instant-Variante wird sehr viel schneller fest und enthält zum Gelieren Carageen aus Rotalgen. Und dann könnt Ihr natürlich komplett den ganzen Wackelpudding selber machen, indem Ihr Gelatine oder Agar-Agar in Saft einrührt. Wie das geht, steht auf der jeweiligen Verpackung.

Ich habe Restbestände klassischer Waldmeister-Götterspeise aufgebraucht, mit nur 400 Milliliter Flüssigkeit und weniger Zucker angesetzt. Außerdem habe ich Agar-Agar gekauft und damit ein Wasser-Saft-Gemisch angedickt. Ehrlich gesagt, schmeckt das aber ziemlich ekelig. Vielleicht war der verwendete Apfel-Mango-Saft nicht so geeignet.

Ab ins Ei mit der Götterspeise

Dann geht es ans Füllen der Eier. Ich stelle die leeren Eier in einen Eierkarton und warte bis der Wackelpudding schon ziemlich zähflüssig ist. Dann fülle ich mit einer Spritze – die bekommt man in der Apotheke – etwas Wackelpudding ein. Man könnte das Ei natürlich auch einfach ganz füllen. Aber so einfach soll es dann doch nicht sein. Stattdessen setze ich die nächste Portion Wackelpudding in einer anderen Farbe an, warte, bis es leicht geliert ist und fülle dann wieder einen Teil in die Eier. Das lässt sich so lange fortsetzen, wie man lustig ist oder wie viele Eier man möchte.

Hat man vergessen, die Eier komplett zu füllen, lassen sie sich aufstellen. Sonst ganz normale Eier halt. Nur aus Wackelpudding.

Hat man vergessen, die Eier komplett zu füllen, lassen sie sich aufstellen. Sonst werden es ganz normale Eier. Nur aus Wackelpudding.

Sie machen sich auch gut als Überraschung am Frühstückstisch im Eierbecher.

Sie machen sich auch gut als Überraschung am Frühstückstisch im Eierbecher.

Luftblasen, Schichten, die ineinander übergehen - so ein Götterspeisenei bietet auch was fürs Auge.

Luftblasen, Schichten, die ineinander übergehen – Götterspeise-Eier bieten auch was fürs Auge.

Natürlich lassen sich die fertigen Götterspeise-Eier nicht färben. Aber ein kleiner Aufkleber oder ein Blümchen mit Wachsmalstiften tut es auch. Dann darf man sie verstecken. Je nachdem, wie schmutzig und erdig die Verstecke sind, macht sich ein wenig Papier an der Unterseite gut, um den wackeligen Inhalt zu schützen. Oder man nutzt ein Stückchen Eierverpackung als Nest.

Alle gefunden? Und hoffentlich rechtzeitig die Vanillesoße gekocht? Dann schälen und schmecken lassen! Guten Appetit!

FrühlingsOsterGeleeEi. Guten Appetit!

FrühlingsOsterGötterspeiseEier. Guten Appetit!

Mit dem unübertrefflichen Kindheitsgeschmack im Mund drehe ich eine Runde beim Creadienstag, und  Einfach.Nachhaltig.Besser.Leben. Dienstagsdinge und HoT.

Viele Grüße
Annett

von Annett Zündorf

 

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3 Comments

  • Reply Alle Vögel sind schon da... - Schnipp, Schnapp - Kragen ab! 24. März 2016 at 00:16

    […] echt mau aus. Es gibt noch kein bisschen Deko. Ist irgendwie an uns vorbei gegangen. Nur zu den Götterspeise-Eiern hat es bisher gereicht. Aber der gute Sohn hat in der Schule in mühevoller Kleinarbeit ein […]

  • Reply annett 22. März 2016 at 13:49

    Liebe Maria,
    Du hast natürlich Recht. Es ist eine Matscherei und dauert auch eine Weile. Aber einmal im Jahr ist das okay.
    Viele Grüße
    Annett

  • Reply Maria 22. März 2016 at 10:56

    Hallo Annett!

    Auch wenn es mir vermutlich zu viel Patzerei wäre, so finde ich Deine Idee doch sehr gut und vor allem sehr außergewöhnlich und dekorativ.

    Eine wirklich sehr nette Möglichkeit, sich wieder einmal kreativ gegen die Müllberge zu wehren!

    Danke fürs Verlinken zu EiNaB!

    lg
    Maria

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