Fischhoodie und warum die Nulloption eine gute Wahl ist

Ein bisschen Öko soll das Leben schon sein. An welcher Stelle man seinen ganz persönlichen Ansatz für Nachhaltigkeit sieht – darüber sind die Ansichten sehr gespalten. Von grünem Konsum über Zero Waste, Wale schützen, vegan essen und auf Plastik verzichten gibt es nicht nur gute Ansätze sondern auch ziemlich krass verhärtete Positionen.

Pünktlich zur FashionRevolutionWeek hat Apfelmädchen bei Mamadenkt einen Gastbeitrag darüber geschrieben, ob grüner Konsum eine Alternative ist. Ihre Meinung (die sich sehr mit meiner deckt): Kaufen ist Kaufen. Das eine ist nur sehr wenig besser als das andere, schließlich muss auch für tolle Ökoprodukte alles produziert werden. Sie empfiehlt, zumindest immer mal über die Nulloption – das Nichtkaufen – nachzudenken. Neben dem interessanten Beitrag gab es eine tolle Grafik der äußerst umtriebigen Designerin/Illustratorin/Verlegerin und in unzähligen anderen Sparten erfolgreichen Kanadierin Sarah Lazarovic.

Hierarchie der Bedürfnisse

Ich finde sie wunderbar. Sie zeigt, dass die Nulloption nicht absoluten Verzicht, sondern Nachdenken fordert. Mit Hilfe der Hierarchiepyramide findet man schnell alternative Quellen für Dinge, die man gerade braucht.

Auch bei uns läuft das so. Haben wir etwas Verwendbares? Können wir es borgen? Tauschen tun wir nicht so oft. Dafür kaufen wir eine ganze Reihe Sachen auf Flohmärkten oder Second Hand, bekommen ausrangierte Sachen von anderen geschenkt. Dazu kommt das selber machen. Da bleibt das Kaufen in normalen Läden tatsächlich meist auf der Strecke.

Und damit fährt man nicht schlecht. Aktuelles Beispiel: Das neue Kapuzenshirt des Mädchens ist eine Kombination aus Stufe eins, vier und fünf.

Fischhoodie

Drei kleine Fische surfen durch die Wellen.

Fischhoodie zum Nachmachen

  • Ich habe Papier in der Mitte geknickt, die obere Hälfte des Fisches gezeichnet und beide Schichten ausgeschnitten. Damit hatte ich eine symmetrische Schablone.
  • Dann habe ich Stoffreste auf der Rückseite mit Vliesofix gebügelt, die Schablone aufgelegt und den Umriss aufgezeichnet und anschließend ausgeschnitten.
  • Fische auf dem Stoff anordnen und aufbügeln
  • Stickvlies unterlegen und aufnähen. Das ist ein bisschen Gewurschtel, weil man sehr aufpassen muss, den Stoff ohne Falten unter die Maschine zu bekommen und gleichzeitig keinen Stoff vom Rückenteil erwischen und einnähen darf. Aber es geht.

Kaum 30 Minuten und schon hatten wir ein neues Shirt für den Übergang und kühle Abende im Sommer. Es entspricht genau meinen Vorstellungen von coolen, farbigen Kindersachen ohne Rüschen und Chichi. Und natürlich habe ich mich damit nicht nur selbst verwirklicht, sondern das kleine Mädchen vorher gefragt, was auf das Shirt soll. Die Fisch-Idee stammt von ihr, das endgültige Design hat sie vor dem Nähen abgesegnet.

genähte PuppentrageNächste Woche

zeige ich Euch noch ein Beispiel: Aus „use what you have“ und „make“ wurde das neue Lieblingsspielzeug des Mädchens. Wollt Ihr schon mal schauen? Eine Anleitung gibt es dann auch. Jetzt schicke ich aber erstmal den Fischhoodie zu Creadienstag, HoT, Dienstagsdinge, Meertje, Einab und Gustas Upcyclingparty.

Habt eine schöne Woche!
Annett

von Annett Zündorf

 

 

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4 Comments

  • Reply Maria Widerstand 28. April 2017 at 08:58

    Hallo!

    Ich stimme dem zu – kaufen ist kaufen. Und zuerst darüber nachzudenken, ob es nicht auch anders geht, vermeidet vermutlich einen Großteil der Spontankäufe 🙂

    Super, dass Du das Thema aufgreifst, ich finde es sooooo wichtig! Gerade bei Bekleidung hat man so viele Alternativen.

    Das von Dir gepimpte Shirt sieht toll aus!

    Danke fürs Verlinken!

    lg
    Maria

  • Reply facile et beau - Gusta 28. April 2017 at 08:31

    Der Fischhoodie ist klasse geworden. so kann man noch kleine stoffrestchen verwenden.
    die pyramide finde ich toll. so unbewusst machen wir das auch – nur mit dem tauschen – das klappt auch bei uns nicht so recht. früher ging das noch als die kinder klein waren. da haben wir klamotten reihum weiter gegeben. aber jetzt – naja… die zeiten ändern sich und da muss man dann andere lösungen finden.
    danke fürs teilen <3
    liebe grüße
    gusta

  • Reply Svenja (Apfelmädchen) 25. April 2017 at 20:04

    Hallo Annett,

    Beim Stöbern hab ich gerade deinen Beitrag entdeckt und freue mich sehr, dass du meinen Text aufgegriffen und um so ein schönes Beispiel ergänzt hast. Ich bin selber z.B. eher nicht so der Selbermachtyp und finde es immer schön, zu sehen, was andere mit zwei, drei Handgriffen machen können.

    Liebe Grüße, Svenja (Apfelmädchen)

  • Reply mit Schönheitsfehlern 25. April 2017 at 10:11

    Der Fischhoodie gefällt mir gut. Kindlich, aber nicht zu bunt.
    Viele Grüße, Tina

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