Dieser Beutel für Männer darf zu jedem Einkauf mit

Bestimmt habt Ihr es schon gemerkt. Es gibt immer weniger Plastiktüten. Auch wenn die EU-Richtlinie, die vorsieht, die Zahl der Plastiktüten zu reduzieren, in Deutschland noch nicht gesetzlich verankert ist, haben eine ganze Reihe Läden sich selber verpflichtet, Plastiktüten nur noch gegen Gebühr anzubieten. Globetrotter macht mit, Rewe, DM und Kaufhof sind dabei, und unzählige andere Läden ebenfalls. Was das so richtig bedeutet, ist mir erst letztens aufgefallen, als ich mir etwas zum Anziehen kaufte. Die T-Shirts werden auch nicht mehr in eine Tüte gepackt.

Glücklicherweise habe ich fast immer eine Radtasche dabei und vergesse auch meinen Lieblingsbeutel nur noch selten. In den kann ich dann direkt die neue Unterwäsche neben die gerade erstandenen Brötchen stecken. Schon klar. Ein paar mehr Beutel einzustecken ist zumindest bei größeren Einkäufen nicht schlecht.

Was habt Ihr denn so für Beutel? Die meisten Frauen, die ich kenne, tragen hübsche, farbige Beutel oder cool bedruckte Baumwolltaschen mit sich herum. Aber die Männer? Die packen irgendwelche Beutel von Kongressen, mit aufgedruckter Werbung irgendwelcher Läden oder alte Plastiktüten aus. Wenn sie überhaupt welche haben und nicht doch schnell noch ’ne Tüte kaufen. Das muss doch auch besser gehen. Ich wollte zu Weihnachten deshalb Beutel für Männer verschenken.

Was macht man normalerweise, wenn man nicht gleich die zündende Idee hat? Ein bisschen im Netz nach Inspiration suchen. Aber leider habe ich nicht wirklich viel gefunden. Die meisten Beutel sind mit coolen Sprüchen oder Bildern von Autos, Kopfhörern oder ähnlichem verziert, was klassischerweise Männern zugeordnet wird. Aber das ist nicht so meins und ich habe auch keinen Plotter. Also musste ich selber überlegen.

Der Aufnäher

Am Anfang habe ich ein wenig rumgespielt. Den Wolfsstempel habe ich mit weißer Stoffmalfarbe*auf SnapPap* gedruckt. Da es etwas blass war, habe ich das gleich noch einmal wiederholt. Dabei habe ich Dödel natürlich nicht den vorherigen Abdruck getroffen. Der erste Blick war enttäuschend. Aber auf den zweiten fand ich es ganz gut. Ich habe den zweiten Druck noch einmal umnäht, um die Silhoutte hervorzuheben. Jetzt hat es was von 3-D-Bildern. Als müsste man seine rot-grüne Brille suchen, um das Bild scharf zu sehen. Zu der Spielerei mit SnapPap haben mich übrigens diese schönen Beutel von Bine von WasEigenes inspiriert.

Der Wolf zieht durch die Nacht.

Der Wolf zieht durch die Nacht.

Und wenn man beim Aufnähen auf den Stoff nicht vergisst, den Nähfußhebel zu senken, wird es noch ein wenig ordentlicher. Aber für einen Beutel darf es so bleiben.

Der Beutel für Männer

Der Stoff stammt aus uralten Beständen von Oma oder anderen Spendern. Genau weiss ich das nicht. Er fühlt sich stabil an. Vielleicht ist es ein Hosenstoff, aber dafür ist er schon fast zu kratzig. Ich würde das nicht tragen wollen.

Ich habe den Beutel ganz einfach und klassisch genäht. Zwei Stoffteile rechts auf rechts aufeinanderlegen, an drei Seiten zusammennähen, unten Ecken abnähen und den oberen Rand einschlagen und festnähen. Daran kommen die Henkel. Super eignen sich Stoff (logisch), Gurtband oder alte Gürtel. Ich habe einen acht Zentimeter breiten Streifen in die Form von Schrägband gebügelt, zusammengeklappt und genäht.

Für alle, die noch keine Beutel genäht haben: hier findet Ihr verschiedene Schnittmuster und auch ein paar weitere Informationen zu Plastiktüten.

Der Beutel ist sehr stabil. Da kann man ordenlich was einkaufen.

Der Beutel ist sehr stabil. Da kann man ordenlich was einkaufen.

Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Jetzt muss ich überlegen, ob ich ihn wirklich verschenken will, oder doch lieber selber behalte.

Habt Ihr schon männertaugliche Beutel genäht? Ich würde mich sehr über ein paar Bilder und ein wenig Inspiration freuen. Schickt mir einfach Eure Beutelbilder per Mail, dann kann ich sie hier auf dem Blog zeigen. Ihr bekommt natürlich meine nächsten „Männerbeutel“ auch zu sehen.

Den Wolfsbeutel zeige ich bei Beutel-und-Tüte, Creadienstag, HoT, Dienstagsdinge, Gustas Upcyclingparty und EiNaB, denn was gibt es besseres, als Beutel statt Plastiktüten, und das auch noch aus alten Stoffen.

Eine schöne Woche Euch!
Annett

von Annett Zündorf

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3 Comments

  • Reply facile et beau - Gusta 8. Dezember 2016 at 17:09

    also ich würde damit auch gerne einkaufen gehen – hätte kein problem mit einem wolf am arm 🙂
    ich mag selbst genähte beutel eh lieber als diese plastiktüten.
    danke fürs teilen <3
    liebe grüße
    gusta

  • Reply annett 6. Dezember 2016 at 20:18

    Liebe Maria,
    die Jeansbeine gehen ja immer. Ich nutze sie oft für schnelle Kindertaschen. Für eine größere Tasche ist die Mittelnaht eine tolle Lösung. Und da geht wahrscheinlich ordentlich was rein.
    Viele Grüße
    Annett

  • Reply Maria Widerstand 6. Dezember 2016 at 16:28

    Hallo Annett!

    Meine Einkaufstasche, die ich ursprünglich für einen Mann angefertigt habe, sieht so aus.

    https://widerstandistzweckmaessig.files.wordpress.com/2014/03/jeans_upcycling.jpg

    Wenn es tatsächlich für einen Mann wäre, würde ich jetzt die Henkel breiter machen. Da habe ich einen Stoffrest verwendet und ich finde sie für einen Mann etwas zu schmal.

    Ansonsten sehr simpel – 2 Jeanshosenbeine, begradigt und die breite Seitennaht in die Mitte gerückt, als Ziernaht sozusagen.

    lg
    Maria

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