Apfelsaft selbst gemacht

Ein bisschen ist es ein Wunder, wenn aus einem Korb Äpfel frischer Apfelsaft wird. Natürlich ist das ganze mit Zeit verbunden. Aber die hat man, wenn die ganze Familie  von einer schweren Erkältung angeschlagen im Schlafanzug zwischen Küche, Stube und Kinderzimmer herumhängt. Dann kann man mal so nebenbei philosophieren, wie Apfelsaft wohl gemacht wird. Vielleicht mit der Orangenpresse? In irgendeiner Maschine? Keine Ahnung, Mama.

Die Aufregung war groß, als ich vorschlug, es doch mal zu probieren. Zwar hatte der Opa schon öfters ein Fläschchen Frischgepressten vorbeigebracht. Aber das war halt auch schon Saft.

Apfelsaft selbst gemacht ist besser. Mit großem Trara und Gespritze wanderten die Äpfel in die Spüle und wurden abgespült. Beim Vierteln und Kerngehäuse entfernen hatte ich äußerst ausdauernde Helfer.

Geviertelt und ohne Kerngehäuse warten die Äpfel auf ihren Einsatz.

Geviertelt und ohne Kerngehäuse warten die Äpfel auf ihren Einsatz.

Als alle Viertel im Wasser lagen, holte ich die große Zaubermaschine hervor. Mit ihr wurde einst Kloßteig bereitet. Theoretisch hätte sie schon seit vielen Jahren auf dem Müll gelegen, wenn ich sie nicht zufällig vorher aufgespürt hätte. Ähnliche Geräte gibt es neu beispielsweise hier.

Das Prinzip des Maschinchens ist einfach. Eine Scheibe mit feinsten Raspelzähnen rotiert auf dem Boden einer Minischleuder. Durch eine große Öffnung werden die Äpfel eingefüllt und mit einem Stößel auf den Boden gepresst. Die Raspelzähne zerkleinern den Apfel, der wird gegen die Wand geschleudert. Während die festen Bestandteile dort hängen bleiben, wird der Saft durch die Löcher in der Schleuderwand gepresst und fließt einfach vorne heraus.

Scharfe Raspelzähne, eine Zentrifuge und Strom verwandeln Äpfel zu Saft.

Scharfe Raspelzähne, eine Zentrifuge und Strom verwandeln Äpfel zu Saft.

Die Kinder füllten die Äpfel ein, ich presste. Eine Stunde später hatten wir vier Liter Saft und eine nasse Küche.

Einfüllen und Pressen

Einfüllen und Pressen

Schon plätschert der Saft aus der Zentrifuge.

Schon plätschert der Saft aus der Zentrifuge.

Spaß hat es gemacht. Lecker war’s. Die Apfel sind nicht einfach so vom Baum gefallen, sondern wurden verwertet. Wir mussten keinen Saft kaufen. Und die Kinder wissen jetzt wie das geht mit dem Saft und den Äpfeln. Prost.

Das ist doch mal naturtrüber Apfelsaft

Das ist doch mal naturtrüber Apfelsaft

Der Saft darf zum Creadienstag und zu einfach.nachhaltig.besser.leben

Viele Grüße
Annett

Falls bei Euch keine Äpfel in unmittelbarer Umgebung hängen, dann schaut mal bei mundraub.org. Dort findet Ihr garantiert ein paar Bäume in Eurer Umgebung.

Ach und noch etwas: Wir haben unserer Saft nicht konserviert. Das heißt, er hält nur ein paar Tage. Deshalb haben wir die eine Hälfte in den Kühlschrank gestellt, während die andere in zu zwei Drittel gefüllten Glasflaschen im Gefrierschrank lagert. Bisher ist noch nichts geplatzt.

von Annett Zündorf

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2 Comments

  • Reply Rückblick auf den #EiNaB-Oktober: Upcycling & Anleitungen | Verrücktes Huhn - Neues aus dem wahren Leben 12. November 2015 at 22:43

    […] – Ferment; grüne Tomatenmarmelade; Hagebutten-Marmelade; Berberitzen-Marmelade; Apfelsaft; Butter selbst machen; Getrocknete Gemüsebrühe; Topfen/ Quark […]

  • Reply Marlene 9. November 2015 at 21:59

    So ein schönes Titelbild! Ich hab gleich Lust bekommen, Apfelsaft zu pressen! 🙂
    Viele Grüße und danke fürs Mitmachen bei EiNaB.

    Marlene

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